Seven Years Of Severed Limbs
Behutsam, fast vorsichtig werden die Gitarrensaiten angeschlagen. Eine fragile Frauenstimme haucht eine zutiefst melancholische Melodie. Erst nach einer langen Reihe von Tönen, die so filigran sind, dass man eine Nadel fallen hören könnte, setzt ein schüchternes Schlagzeug ein. Später malen Celli Soundskizzen in Moll, erklingt ein wehmütiges Klavier und erzählt ein Akkordeon von verwunschenen Traumwelten voller Wölfe, Geister und entschwundener Liebe. Verantwortlich für diesen "Folk-Noir mit hohem Spukfaktor" (TAZ Hamburg) sind Margie Wienk und Michael Corcoran alias Fern Knight aus Providence, Rhode Island.
Auf ihrem Debütalbum "Seven Years Of Severed Limbs" entwerfen die beiden Songschreiber und Multiinstrumentalisten einen fazinierenden akustischen Bilderbogen aus dunklen Folk-Vignetten, atmosphärischen Balladen und komplexen Instrumentals. Klassische Singer/Songwriter-Traditionen gehen einher mit den Möglichkeiten transparenter Klangarchitektur. Tiefe Gefühle treffen auf unbefangene Experimentierfreude. Wer nach Vergleichen sucht, findet in der Musik von Fern Knight Anklänge an Nick Drake, Cat Power, Barbara Manning, Low, Red House Painters, Julee Cruise und sogar Sigur Rös.
"Seven Years Of Severed Limbs" ist zwar das erste Album von Fern Knight, aber nicht die erste Veröffentlichung von Margie und Michael. Unter dem Namen "Difference Engine" produzierte das Duo bereits in der zweiten Hälfte der 90er Jahre die stimmungsvollen Dream-Popalben "Breadmaker" (1995) und "Calidad" (1997), die von der Kritik hochgelobt wurden und in der US-Slowcore-Szene viel Aufmerksamkeit erregten. Margie Wienk, deren Stimme in der amerikanischen Presse mit Karin Oliver von His Name Is Alive verglichen wird, ist darüberhinaus auch Mitglied der experimentellen Folk/Rock /Jazz-Formation The Eyesores.
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